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Pressestimmen

Pforzheimer Zeitung vom Freitag, den 25. November 2005Entenköpfer und StraßenbahnenAusstellung präsentiert sich im Stadtmuseum — Wechselnde Fahrgastzahlen - Seltene ExponateExponate aus den Beständen der Eisenbahnfreunde Pforzheim, aus Privatbesitz sowie Stadtansichten aus der Sammlung von Stadtbahnhistoriker Kurt Schwab erzählen Verkehrsgeschichte. Auf Initiative des Kulturamts haben die Kunsthistorikerinnen Tanja Solombrino und Christina Klittich die Schau konzipiert. Sie wird am Sonntag um11 Uhr mit einer musikalisch-literarischen Matinee eröffnet.Ein teures KleinodDer Rundgang im Alten Pfarrhaus führt unter anderem vorbei an dem Modell des Brötzinger Kleinbahnhofs und des Dietlinger Bahnhofs, vorbei an einem nachgebauten Abteil einer Straßenbahn und an einer Fahrplantafel. Die Tafel aus Holz habe das Bombardement auf dem Leopoldplatz schadlos überstanden, sagt Schwab. Eine andere Besonderheit sei ein Modell einer Lokalbahn aus dem Jahr 1910, die die Strecke nach Ittersbach befuhr. Die Stadt Karlsruhe habe das 50.000 Euro teure Kleinod zur Verfügung gestellt, sagt Schwab. Es sei kürzlich für 5.000 Euro restauriert worden.Die im Jahr 1900 von der Badischen Landeseisenbahn eröffnete Lokalbahn-Strecke Ittersbach-Brötzingen kam vor allem Angestellten der Schmuckindustrie zugute. Ein Jahr später reichte die Strecke laut Klittich bis zum Leopoldplatz. Im Jahr 1911 startete die Pforzheimer Straßenbahn ihren Betrieb mit zwei Linien. Die eine führte vom Gaswerk über den Marktplatz nach Brötzingen, die andere vom Hauptbahnhof über den Sedanplatz zur Kallhardtanlage. Der Leopoldplatz entwickelte sich zum Verkehrsknoten.Es entstanden eine Wagenhalle an der Westlichen und Personalwohnungen. Im Jahr 1927 kam die Linie nach Dillstein und in die Nordstadt dazu. Von 1931 fuhr die Kleinbahn unter der Flagge der Stadt nach Ittersbach. „Nach dem Krieg war die Kleinbahn die einzige Verbindung nach Karlsruhe,“ sagt Klittich. Der Hamsterverkehr und die Evakuierung vieler ausgebombter Pforzheimer bescherten hohe Fahrgastzahlen. Die städtische Straßenbahn nahm im August 1945 zwischen Kupferhammer und Dillstein den Verkehr auf. Die letzte Straßenbahn fuhr 1964, die letzte Kleinbahn 1968. Busse verdrängten sie.Je einen originalen Triebwagen mit zusätzlichem Anhanger einer Klein- und Straßenbahn haben die Verkehrsbetriebe in ihrem Besitz. Vor einigen Wochen ist der Verein „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ gegründet worden. Er soll die Idee weiterverfolgen, die Fahrzeuge zu erhalten und sogar auf einem eigenen Streckennetz einzusetzen, sagt Werner Kienzle, Vorstand der Eisenbahnerfreunde Pforzheim.Die Öffnungszeiten des Stadtmuseums sind dienstags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr.Erstellt von: Martina SchaeferPforzheimer Zeitung vom Mittwoch, den 26. Juli 2006Denkmalpflege in PforzheimEin ganz besonderes Kulturdenkmal nennen die Stadtwerke in ihrem Busdepot ihr Eigen: Eine Straßenbahn aus dem Jahr 1911 aus der ersten Serie, die jemals hergestellt wurde. Und, darüber freut sich Denkmalschützer Timm besonders, „in völlig unverändertem Zustand". Denn als nach dem Tornado der Schienenverkehr in der Innenstadt und das Ittersbacher Bähnle eingestellt wurden, sorgte die Stadt dafür, dass sowohl jeweils ein Trieb- und Beiwagen der Waggonfabrik Uerdingen AEG von 1911 und der Ittersbacher Kleinbahn von 1927 , bzw. 1931 ins Depot kamen. Dort sind sie seit 1969 unter einem Vordach nur notdürftig vor der Witterung geschützt und bedürfen dringend einer Aufarbeitung.Der Anfang ist mit dem Triebwagen von 1911 bereits gemacht: In der Bushalle im Trockenen werden derzeit Untersuchungen zur Konservierung der hölzernen Ausstattung vorgenommen, die dann in eine Arbeitsanleitung münden. Denn der Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim hat sich mit der Unterstützung von zwei Ein-Euro-Jobbern vorgenommen, möglichst viele originale Bauteile, wie die mit Leinwand bespannten und mit Ölfarbe dick bemalten Holzdächer des Wagens, zu erhalten.Spätestens im Jahr 2011, zum 100-jährigen Bestehen der Stadtwerke, will man fertig sein. Und fahren soll das Bähnle irgendwann einmal auch. „Wenn man Strom auf die Leitungen geben würde, könnte es theoretisch eigentlich losgehen“, versichert Vereinsmitglied Kurt Schwab. Dann muss eigentlich ja nur noch eine geeignete Strecke gefunden werden.Erstellt von: Sandra PfäfflinPresseinformation der SVP vom Mittwoch, den 21. Februar 2007Vortrag und Präsentation am 27. Februar 2007:Die historische Straßenbahn PforzheimsSeit zwei Jahren wird intensiv an der letzten noch verbliebenen Pforzheimer Straßenbahn, bestehend aus Trieb- und Beiwagen, restauriert. Der Triebwagen wurde im Sommer 2006 in die Bushalle der Stadtverkehr Pforzheim GmbH & Co. KG umgesiedelt, wo die SVP für die Restaurierung auch einen Werkstattraum zur Verfügung gestellt hat. Inzwischen wurde die Karosserie vom Fahrgestell abgehoben. Grundlage und Leitfaden für die Aufarbeitung ist ein Gutachten der Denkmalschutzbehörde des Landes Baden-Württemberg, die den letzten Pforzheimer Straßenbahnzug als Technisches Denkmal eingestuft hat.Die Federführung für die Restaurierung hat der Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim e. V. übernommen. Kurt Schwab aus dem Vorstand des Vereins - er ist auch Autor vieler Publikationen zur Geschichte des Pforzheimer Nahverkehrs - wird am 27. Februar 2007 einen Einblick in die aktuellen Restaurierungsarbeiten am Triebwagen geben und anschließend in einem Lichtbilder-Vertrag die Pforzheimer Straßenbahngeschichte wieder aufleben lassen.Die Präsentation der Restaurierung in der SVP Bushalle beginnt um 18.00 Uhr. Treffpunkt ist in der Kantine auf dem Betriebshof der SVP (Heinrich-Witzenmann-Straße 13, gegenüber FCP Stadion). In der SVP Kantine schließt sich um 19.00 Uhr der Lichtbildervortrag „Die Geschichte der Pforzheimer Straßenbahn“ an. Alle technisch oder geschichtlich Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Informationen zur Vereinsarbeit des HNP e.V. gibt es auch im Internet bei www.historischer-nahverkehr-pforzheim.com.Pforzheimer Zeitung vom Donnerstag, den 1. März 2007, Nummer 50„Nur bei Gefahr elektrisch bremsen“Der Verein „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ stellt die Arbeit an Straßenbahn-Triebwagen vorÜber Männer mit leuchtenden Augen und vor allem über den in Restauration befindlichen Straßenbahn-Triebwagen 24 gerieten die Besucher bei einem Informationsabend in der Wartungshalle der Pforzheimer Verkehrsbetriebe ins Staunen. Die 15 aktiven Mitglieder des erst im vergangenen Jahr gegründeten Vereins „Historischer Nahverkehr Pforzheim“, präsentierten ihre erste praktische Arbeit.„Tw 24 soll betriebsfähig hergerichtet werden“, erklärt der Vereinsvorsitzende Gerhard Schulligen den Gästen, bevor das Geheimnis gelüftet wird: Der Straßenbahn-Triebwagen Nummer 24 aus der Serie 11-26, der im Jahre 1911 in der Waggonfabrik Uerdingen gebaut wurde fuhr bis 1953 regelmäßig. Ein letztes Mal klingelte er am 10. Oktober 1964 durch die Pforzheimer Innenstadt. Seit 1969 stand der Triebwagen ebenso wie der dazugehörige Anhänger und ein Kleinbahn-Triebwagen mit seinem Anhänger auf dem Gelände der Verkehrsbetriebe.In der Witterung ungeschützt„Alle Fahrzeuge waren ungeschützt der Witterung ausgesetzt“, erklärt Gerhard Schulligen. Nun steht das erste der vier mittlerweile als Kulturdenkmale anerkannten Exponate in der Wartungshalle, um von den Bahnfreunden restauriert zu werden.Nachdem die von Machbarkeitsstudie einer Projektgruppe positiv ausfiel und der Verein sich gründete, wurde die Straßenbahn ins Trockene gehievt und mit der Begutachtung des Urzustandes von 1911 begonnen. Die Tüftler legten den Holzaufbau am Dach und im Innenraum frei, sie reinigten das Fahrgestell und machten die ersten Reparaturen. „Unsere heilige Bibel“, schwärmt Historiker und Schriftführer Kurt Schwab, während Projektleiter Bruno Willsch unter dem Motto „Nur bei Gefahr elektrisch bremsen“ in die Kunst des Bremsens einweihte. „Das Auf- und Absteigen sowie Hinauslehnen während der Fahrt ist verboten“, dieses Gebot in Schildform konnten die staunenden Gäste an diesem Abend vernachlässigen. „Bei uns sind auch zwei Helfer von der Gesellschaft zur beruflichen Eingliederung im Einsatz“, informiert der Stellvertreter des Vereinsvorsitzenden Harry Spittelmeister.Michael BlockZum ThemaStraßenbahnDie Straßenbahn ist ein schienengebundenes, fast immer elektrisch betriebenes Transportmittel im Stadtverkehr, deren Entwicklung mit der Einführung der Pferdebahnen oder den Rösslitrams begann. Die erste Trasse wurde 1832 in New York eröffnet, später wurden auf einzelnen Linien Dampfstraßenbahnen eingesetzt. Die erste deutsche Pferdebahn wurde 1865 zwischen Berlin und Charlottenburg eröffnet, die erste deutsche Dampfstraßenbahn fuhr ab 1877 in Kassel und die erste elektrische Straßenbahn der Welt nahm 1881 in Lichterfelde bei Berlin den Probebetrieb auf.Pforzheimer Kurier vom Donnerstag, den 1. März 2007, Nummer 50Technisches Kulturdenkmal wird aufgefrischtVerein „Historischer Nahverkehr“ restauriert seit zwei Jahren die historische Pforzheimer Straßenbahn von 1911Von unserem Mitarbeiter Torsten Ochs„Es ist ein großes Schlachtfeld“, sagt Tobias Demmel von den Pforzheimer Verkehrsvertrieben lachend. Aber ganz so schlimm sieht es in der Bushalle der Verkehrsbetriebe in der Heinrich-Witzenmann-Straße nicht aus. Hier restaurieren acht Mitglieder des Vereins Historischer Nahverkehr Pforzheim seit zwei Jahren die letzte noch verbliebene Straßenbahn von 1911 - bestehend aus Trieb- und Beiwagen. Beide standen bis April 2006 auf dem SVP-Gelände im Freien, der Triebwagen wurde vergangenen Sommer in die Bushalle umgesiedelt, wo die SVP auch einen Werkstattraum zur Verfügung stellt. Inzwischen wurde die Karosserie des Triebwagens 24 vom Fahrgestell abgehoben. Im Wagen haben die Vereinsmitglieder das Dach freigelegt.„Der Zustand des Wagens ist sehr gut“, sagt Projektleiter Bruno Willsch, der als Ausbilder bei der AVG arbeitet und auch schon alte Karlsruher Straßenbahnen restauriert hat. Den guten Zustand der historischen Bahn hat auch die Denkmalschutzbehörde bestätigt, die den letzten erhaltenen Pforzheimer Straßenbahnzug als technisches Denkmal eingestuft und für die Vereinsmitglieder einen Leitfaden erstellt hat, was sie bei der Reparatur und Restauration beachten müssen. Als nächstes soll das Dach neu bezogen werden, anschließend werden die Seitenwände in Angriff genommen.„Ich bin begeistert, was wir in der kurzen Zeit schon erreicht haben“ sagte Willsch am Dienstagabend beim Besichtigungstermin vor Ort, zu dem über 20 interessierte Bürger gekommen waren. Bis zum 100-jährigen Jubiläum der Straßenbahn 2011 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann will der Verein das historische Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentieren. Ziel der Restaurateure ist, die Bahn, die bis 1964 im Stadtbereich eingesetzt war, wieder in einen „sauberen Gebrauchszustand zu versetzen“. Denkbar sei auch, in Dillweißenstein Schienen zu verlegen, um die Bahn hier wieder fahren zu lassen, „aber das ist Zukunftsmusik“ sagte Tobias Demmel, der als Pressesprecher der Verkehrsbetriebe das Bindeglied zum Verein ist, dem er auch angehört.Der Verein wurde im Oktober 2005 gegründet mit dem Ziel, die Straßenbahnen vor dem Verfall zu bewahren und wieder herzurichten, sagt Vorstandsvorsitzender Gerhard Schulligen. Auf dem Hof der Verkehrsbetriebe stehen außer dem Bei- und Triebwagen der Pforzheimer Straßenbahn von 1911 auch noch zwei Wagen der Bahn, die früher von Ittersbach nach Pforzheim fuhr. Sie wurde 1931 in nur 70 Tagen in der Rastatter Wagenfabrik gebaut, erklärte Kurt Schwab, zweiter Projektleiter, Vorstandsmitglied und Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte des Pforzheimer Nahverkehrs. Charakteristisch für das Zweisystem-Fahrzeug ist der Geruch der Lederbänke und die Notbremse, die eine von vielen Komponenten ist, die erst Jahre später serienmäßig in Bahnen eingebaut wurden.Neben der Restauration der Wagen, die der Stadt gehören, sind die insgesamt 15 Vereinsmitglieder auch damit beschäftigt, Geld für das Projekt aufzutreiben. Die Kosten für die Reparatur eines Wagens beziffert Willsch auf rund 30.000 Euro. Falls an der Elektrik des Wagens viel zu machen sei, könnten die Kosten aber deutlich höher ausfallen, schätzt der Projektleiter. Die Verkehrsbertriebe stellen die Halle und einige Werkzeuge zur Verfügung. Den Rest finanziert der Verein selbst und über Spenden. Von den unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, die sie in das Projekt stecken, gar nicht zu reden.Nachdem die Besucher in der Bushalle den Triebwagen in allen Einzelheiten gesehen hatten, konnten sie die Bahn in Aktion bewundern. In der SVP-Kantine zeigte der Verein einen Lichtbildvortrag zur Geschichte der Pforzheimer Straßenbahn.Pforzheimer Zeitung vom Montag, den 21. Mai 2007, Nummer 115Ein rollender Rentner geht auf ReisenHistorischer Bus kommt vom Schrottplatz in die Werkstatt - Ausflugsfahrten nach der Renovierung?Alte Bäume soll man nicht mehr verpflanzen, sagt ein Sprichwort. Ob das auch für alte Busse gilt, weiß man nicht. Am Samstag jedenfalls wurde ein sehr alter Bus „verpflanzt“: Der „K10“, wie er in Kennerkreisen genannt wird, stand bis zum vergangenem Wochenende auf dem Hof des Pforzheimer Schrotthändlers Harald Körper. Am Samstag wurde er aus seinem Bett aus Erde und Morast gezogen, um nach Langenbrand, seinem vorläufig letzten Zuhause, transportiert zu werden. „Dies ist der einzig verbliebene Bus dieser Art. Es wurden nur elf Stück gebaut und die anderen zehn sind schon längst verschrottet worden“, so Kurt Schwab, Mitglied des Vereins Historischer Nahverkehr und Hobby-Historiker.Der „K10“ war 1955 von den Verkehrsbetrieben Pforzheim als zehnter Bus angeschafft worden. Nachdem er etwa zwölf Jahre lang hauptsächlich die Linie 6 (Hauptbahnhof - Buckenberg) befahren hatte, ist er 1967 ausgemustert worden. „Von einem Tag auf den anderen war dieser Typ Bus sozusagen altes Eisen. Man hatte die sogenannte selbsttragende Karosserie entwickelt, die den alten Modellen weitaus überlegen war, und musterte die bisherigen Gefährte deshalb aus“, so Schwab.Der Bus landete auf dem Platz des Schrotthändlers, wo er bis vor drei Tagen seine Ruhestätte fand. Von der ehemals blau-weißen Lackierung ist kaum noch etwas zu sehen. An den Seiten blitzen an manchen Stellen Buchstabenfetzen hervor, die - zusammengesetzt - die Worte „Stadtwerke Pforzheim“ ergeben.Einsamer SitzAber nicht nur der Lack wurde vom Zahn der Zeit heftig angenagt: Der Innenraum, die Karosserie, das Gerippe - alles ist in den Jahrzehnten unter freiem Himmel erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Fenster sind eingebrochen und teilweise durch Bleche ersetzt worden, im Innenraum erinnert nur noch ein einziger einsamer Sitz an die Zeiten, in denen „K10“ noch Fahrgäste durch Pforzheim chauffiert hat.Doch mit dem Schattendasein auf dem Schrottplatz soll nun Schluss sein: Der Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim hat „K10“ unter seine Fittiche genommen. Vorstand Gerhard Schüllinger hat als Oldtimer-Fan die Für und Wider einer Restauration wohl abgewägt: „Natürlich wird es ein langwieriges und kostspieliges Verfahren, den Bus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Aber wir alle im Verein sind Freaks - wir lieben alte Autos und machen das gerne.“Allein die Bergung des Busses aus dem Lehmboden erwies sich als Herausforderung: Mit einem Kran und viel Improvisation wurde der „K10“ nach mehreren Stunden auf einen Tieflader gezogen. Dass dabei die Handbremse, die seit 1967 durchgängig angezogen war, dran glauben musste, stört die Männer wenig: Hauptsache der Bus fährt irgendwann wieder durch Pforzheims Innenstadt. Und dann aus eigenem Antrieb und nicht wie am Samstag auf einem Lkw.Erstellt von: Kristin BauerPforzheimer Kurier vom Montag, den 21. Mai 2007, Nummer 115Ein Stück Pforzheimer VerkehrsgeschichteVerein will historischen Stadtbus professionell renovieren lassen und sucht dafür GeldgeberVon unserem Mitarbeiter Torsten OchsVor fast genau 40 Jahren beim Altmetallhändler Körper in der Kanzlerstraße: Ein Busfahrer fährt den blauen Stadtbus der Firma Henschel auf das Gelände des Schrottplatzes, zieht die Handbremse an, dreht den Schlüssel rum und steigt aus. Der Bus hat sich seit diesem Zeitpunkt nicht mehr vom Fleck bewegt. Bis zum vergangenen Samstag. Mitglieder des Vereins „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ (HNP) haben den einst von den Verkehrsbetrieben ausrangierten Stadtbus vom Typ HS 200 UN, von dem es nur noch ein Exemplar gibt, auf einen Tieflader ziehen lassen und das ziemlich ramponierte Gefährt anschließend in eine Halle nach Langenbrand abtransportiert.Hier soll es in den nächsten Jahren mit viel Aufwand professionell restauriert und in Zukunft für Sonderfahrten genutzt und bei Ausstellungen gezeigt werden. Ganz so einfach war es jedoch nicht, den baufälligen, 52 Jahre alten Bus auf den Tieflader zu ziehen. Die Hinterachse blockierte und die Handbremse, die 40 Jahre lang angezogen gewesen war, ließ sich natürlich nicht lösen und musste mit Hammer und Meißel aufgebrochen werden.„Der Bus, der als Nummer 10 auf der Linie 6 vom Hauptbahnhof zum Buckenberg fuhr, ist ein Unikat, ein Stück Pforzheimer Verkehrsgeschichte“, erklärt Kurt Schwab, Historiker und Schriftführer des Vereins, den Reiz des Busses mit Kässbohrer-Aufsatz. Elf Stück wurden ursprünglich produziert, zehn gingen nach Kassel und einer wurde im Pforzheimer Stadtverkehr eingesetzt.Dass der Omnibus nicht in Serie ging, lag daran, dass Kässbohrer die selbsttragende Karosserie gebaut hat und die Konstruktion des HS 200 UN mit einem Schlag veraltet war, sagte Schwab. Von der Original-Karosserie des Pforzheimer Busses, die stark verrostet ist, wird wohl auch nicht viel übrig bleiben, der Verein will sie aber originalgetreu nachbauen lassen.Die Kfz-Innung hat bereits zugesagt, sich bei den Restaurationsarbeiten um Motor, Getriebe und Lackierung zu kümmern.Außerdem soll Kässbohrer alte Pläne vom Inneren des Busses liefern, da vom Innenleben des Stadtbusses lediglich ein Sitz übrig geblieben ist. Für den Aufbau des Busses mit seiner Aluminiumhülle und Stahl-Chassis sucht der Verein Geldgeber, eine Firma habe sich bereits gemeldet, sagt Vereinsvorsitzender Gerhard Schulligen, der die Renovierungskosten auf 200.000 Euro schätzt. Zu Buche schlagen vor allem die vielen Arbeitsstunden.Da der Verein mit der Restaurierung der vier unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Pforzheimer Straßenbahnen ausgelastet ist (wir berichteten), müsse die Aufarbeitung des Busses anders bewältigt werden, sagt Schwab, möglicherweise als gemeinsames Projekt verschiedener Institutionen. „Irgendwie ist es schon ein Spleen“, sagt Schulligen über die Leidenschaft der 15 Vereinsmitglieder für historische Fahrzeuge. Er selbst hat bei sich zu Hause mehrere Oldtimer stehen. Als der Verein gehört hat, dass der Bus vom Schrottplatz verschwinden soll, hat er angeboten, ihn zu nehmen. Das war vor anderthalb Jahren. Das Problem war, dass es nirgends Platz gab, um den Bus unterzustellen.Genutzt wurde der Bus auf dem Schrottplatz über 30 Jahre lang als Büro und war ausgestattet mit Kanonenofen und Schränken. Später diente das Gefährt als Lager. Harald Körper, Leiter des Altmetallhandels, ist froh, den Bus los zu sein. An der Stelle, wo er stand, soll eine Lagerhalle gebaut werden. Aber ein bisschen Nostalgie mischt sich dennoch in die Erleichterung, als das historische Vehikel abtransportiert wird: „Damit geht auch ein Abschnitt zu Ende“, sagt Körper. Und für den Bus beginnt ein neuer. Vielleicht als herausgeputztes Ausstellungsstück.Spenden für die Renovierung des Busses können auf das Konto des Vereins „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ überwiesen werden: Sparkasse Pforzheim Calw, Bankleitzahl 666 500 85, Kontonummer: 7 38 75 71.Pforzheimer Zeitung vom Montag, den 11. Juni 2007, Nummer 131Ausflugsfahrt in die VergangenheitDer Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim präsentiert Oldtimer aller ArtIn Anlehnung an die Bertha-Benz-Fahrt hat der Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim (HNP) am Sonntag eine Rallye veranstaltet. Am Nachmittag machten sich rund 50 Oldtimer auf, „den Spuren der Kleinbahn“ - so das Motto - zu folgen.Zuvor jedoch stellten mehrere Vereine unter dem Dach des HNP ihre Oldtimer aus. „Es sind wesentlich mehr Fahrzeuge geworden, als wir ursprünglich erwartet hatten. Es kamen schon am Morgen einige Leute zu mir und fragten, ob sie ihren Oldtimer, den sie zu Hause in der Garage stehen haben, noch spontan zur Ausstellung mitbringen könnten“, erzählte Kurt Schwab, Schriftführer und Historiker des HNP.Klassiker auf dem HofUnd so standen schließlich auf dem Ausstellungsgelände Fahrzeuge aller Art: „Bedingung ist, sie müssen älter als 25 Jahre sein. Ansonsten sind alle Typen dabei“, sagte Gerhard Schulungen, Vorsitzender des HNP. Neben dem kuriosesten, einem Amphi-Car, einem Auto, das sich auch zu Wasser fortbewegen kann, standen aber auch Klassiker wie ein Cadillac und ein DKW 1000 SP auf dem Hof.Die Grundidee des Vereins war damit auf jeden Fall erfüllt: Die breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Die Besucher auf dem Gelände der Stadtverkehr Pforzheim konnten sich ein Bild von der Arbeit des Vereins machen. Kurt Schwab führte Interessierte zu den historischen Straßenbahnen und hielt auch Vorträge zur sonstigen Tätigkeit des Vereins. Dass die Öffentlichkeitsarbeit Früchte trägt, war auch an anderer Stelle zu erkennen: „Nach der jüngsten Berichterstattung über die Bergung des historischen Busses, den wir nun in einer Halle in Langenbrand restaurieren wollen, hat sich eine Reifenfirma bei uns gemeldet. Ihre Zweigstelle in Pforzheim wird für uns die Reparaturarbeiten an den Reifen und Felgen übernehmen“, sagte Schwab. So eine Hilfe könnte der Verein auch noch in Sachen Karosserie gebrauchen: „Wir haben nicht so viel Geld, eine Firma mit solch einem Auftrag zu bezahlen. Aber vielleicht findet sich ja jemand freiwillig.“Neuauflage geplantDas Oldtimer-Treffen kam so gut an, dass Schwab und Schulungen dies von nun an jedes Jahr wiederholen wollen: „Wir werden wahrscheinlich immer am ersten Sonntag im Juni so ein Treffen veranstalten. Weil es dieses Jahr so gut ankam, werden wir das in Zukunft richtig groß aufziehen.“Erstellt von: Kristin BauerPforzheimer Kurier vom Montag, den 11. Juni 2007, Nummer 131Bunte Oldies mit Flair und FahrgefühlÜber 40 originelle Fahrzeuge beim Oldtimer-Treffen des Vereins „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ zu bestaunenVon unserem MitarbeiterForsten Ochs„Es ist das Fahrgefühl und die Ausstrahlung“, sagt Wieghart Greff über den Reiz, einen 54er Mercedes 170 SD zu fahren. Der Oldtimer-Fan aus Vaihingen hatte die Limousine in einem Schuppen am Neckar entdeckt, gekauft und innerhalb eines Jahres wieder hergerichtet. Nun fährt das Mitglied des Pforzheimer „Oldtimerclubs Klassische Fahrzeuge“ seinen schwarzen Mercedes sonntags spazieren und stellt ihn aus - wie gestern beim ersten Oldtimer-Treffen des Vereins „Historischer Nahverkehr Pforzheim“ (HNP) auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke im Brötzinger Tal.Stoßstange an Stoßstange reihten sich die mindestens 25 Jahre alten bunten Oldies, darunter ein türkisfarbener Cadillac Sedan, ein giftgrüner Opel Manta, ein quietschgelber Jaguar XK 140 und ein knallroter Sportwagen der Marke Triumph aneinander, außerdem Volvos, Chevrolets, Crysler, Motorräder und sogar ein 56 Jahre alter Jeep. Das originellste Fahrzeug dürfte das „Amphicar“, ein blauer Schwimmwagen mit Propeller, gewesen sein, mit dem man sowohl im Wasser als auch auf dem Land schnittig unterwegs ist.Über 40 Fahrzeuge konnten auf dem Betriebsgelände bestaunt werden, „mehr als wir erwartet hatten“, sagte Kurt Schwab, Historiker und Schriftführer des HNP. Sinn und Zweck der Veranstaltung war, Werbung für den 17 Mitglieder starken und erst anderthalb Jahre jungen Verein zu machen, der in den nächsten Jahren damit beschäftigt ist, einen Triebwagen der Pforzheimer Straßenbahn von 1911 und einen 52 Jahre alten Stadtbus ehrenamtlich zu restaurieren (wir berichteten).Beim Triebwagen reparieren Mitglieder des Vereins derzeit jeden zweiten Samstag das Dach und die Elektrik. Bis zu seinem 100. Geburtstag 2011 soll der Wagen fertig sein. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagte Schwab. Für die Wiederherstellung des Stadtbusses, der vor drei Wochen vom Schrottplatz in der Kanzlerstraße in eine Halle in Langenbrand transportiert worden war, arbeitet der Verein momentan einen Zeitplan aus, sagt Vereins Vorsitzender Gerhard Schulligen. Die Resonanz auf das Projekt sei groß, einige Pforzheimer Firmen hätten sich gemeldet und bereit erklärt, die Restaurierung des Busses finanziell zu unterstützen.Da es jedoch noch einige Zeit dauern wird, bis der Verein mit den reparierten und frisch herausgeputzten Fahrzeugen für sich werben kann, haben sich die Mitglieder das Oldtimer-Treffen ausgedacht, an dem sich gestern viele Pforzheimer Vereine beteiligten, darunter der Oldtimerclub, die Trabbifreunde, der Volvoclub, die Nagoldies, die Neuenbürger Motorradfreunde und sogar Mitglieder der Freiburger „Cruizaders“.Die meisten von ihnen machten sich am Nachmittag nach Schwabs Dia-Vortrag zur historischen Stadtbahn, auf zur „Suchfahrt" -auf den Spuren der Kleinbahn von Pforzheim nach Ittersbach, der so genannten „Panoramabahn", der sich der Verein ebenfalls verschrieben hat. Dabei galt es, auf der Fahrt von Pforzheim nach Ittersbach elf Fragen zu den Gemeinden, die passiert wurden, richtig zu beantworten. Der Sieger erhielt eine Flasche Wein aus Keltern.„Das Oldtimer-Treffen hat unsere Erwartungen übertroffen, deshalb ist es wahrscheinlich, dass wir die Veranstaltung nächstes Jahr wiederholen werden“, sagte Schwab. Dann wieder bestimmt auch Wieghart Greff wieder dabei sein. Vielleicht diesesmal mit seinem MGB. Mit dem Roadster war der Autofan kürzlich in Italien. Zwar hat es durch das Dach geregnet, aber was soll's. Dem wahren Liebhaber von Oldtimern geht es nicht darum, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Für ihn zählen vor allem zwei Dinge: Flair und Fahrgefühl.Pforzheimer Zeitung vom Dienstag, den 6. Juni 2008Mit alten Exoten durchs WürmtalHistorischer Nahverkehr: Beim zweiten Oldtimertreffen gaben sich erlesene Marken ein StelldicheinPFORZHEIM. „Es ist kaum zu glauben, womit man heutzutage noch so fahren kann“, kamen gleich mehrere Besucher beim Anblick der Fahrzeuge auf dem Betriebshof beim Stadtverkehr Pforzheim aus dem Staunen nicht heraus. Gemeint war allerdings nicht der moderne Fuhrpark, sondern vielmehr das illustre Teilnehmerfeld am zweiten Oldtimertreffen des Vereins Historischer Nahverkehr Pforzheim.Rund 50 auf Hochglanz polierte Liebhaberstücke auserlesener Marken wie Ford oder Mercedes waren in Reihe und Glied aufgestellt und zur Besichtigung freigegeben worden. Selbst die berühmteste „Pappe“ aller Zeiten, das ostdeutsche Kultfahrzeug Trabant, konnte beim Stelldichein der frisierten Oldtimer mithalten.Auch beim Röhren der liebevoll gepflegten Motoren sorgte die „Trabi“-Maschine mühelos für ein Klangerlebnis der besonderen Art. Das nur noch von den lustvoll gesungenen Oldies aus den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts getoppt werden konnte.Spazierfahrt in die RegionZum Höhepunkt des Festes für die ganze Familie sollte die Ausfahrt durch das wunderschöne Würmtal hinauf ins Heckengäu gelingen: „Mit dieser Suchfahrt wollen wir allen Teilnehmern fast vergessene Naherholungsgebiete am Rande Pforzheims wieder ein wenig näher bringen“, begründete Cheforganisator Kurt Schwab die ausgewählte Streckenführung.Historisches WissenAußerdem wurde bei der Oldtimer-Spazierfahrt viel aktuelles und historisches Wissen vermittelt: „Die früher von den Äckern aufgelesenen Steine wurden an der Grundstücksgrenze abgelagert, so dass sich auf den so entstandenen Lesesteinriegeln ganz verschiedenartige Hecken bilden konnten“, sagte Schwab über das Geheimnis des Heckengäus.Pforzheimer Kurier vom Samstag, den 23. August 2008Fernziel ist ein bewegtes MuseumVerein „Historischer Nahverkehr“ restauriert Straßenbahn-Triebwagen und sammelt weiter alte FahrzeugeVon unserem Redaktionsmitglied Rita ReichNur zwei kleine Stufen sind zu überwinden, dann ist man im Vorgestern gelandet. Steht mittendrin in Großvaters Beförderungsmittel. Dunkle Ledersitze in dunklem Holz, die Heizung darunter in einer hölzernen „Schublade“ verborgen, zwei Klingelschnüre, die sich durch den Waggon ziehen, lederne Halteschlaufen an der Decke und ein eiserner Kerzenständer als Notbeleuchtung: Sie war schon ein edler Zug, die alte Kleinbahn von 1931, die bis 1968 zwischen Ittersbach und Pforzheim durch die Gegend dampfte.Edel ist sie heute immer noch, aber in ihrem hohen Alter doch sehr renovierungsbedürftig. Genauso wie die Pforzheimer Straßenbahn von 1911, die direkt neben der Kleinbahn im Busdepot im Brötzinger Tal auf dem Abstellgleis gelandet ist. Der Verein „Historischer Nahverkehr Pforzheim (HNP) hat sich vorgenommen, die beiden Nostalgiebahnen, die jeweils mit Triebwagen und Beiwagen erhalten sind, gründlich zu restaurieren. Irgendwann - vielleicht in ferner Zukunft - sollen sie in einem Nahverkehrsmuseum präsentiert werden. Ein Plan, den der städtische Denkmalschützer Christoph Timm nachdrücklich unterstützt.Der HNP denkt in weiten Zeiträumen. „Wir rechnen damit, dass wir für jeden Wagen etwa fünf Jahre brauchen“, sagt Vereinsmitglied Tobias Demmel guten Muts, „dann sind wir in ungefähr 20 Jahren fertig“. Nahziel ist die Restaurierung des Straßenbahn-Triebwagens bis 2011, denn in diesem Jahr feiert der öffentliche Nahverkehr in Pforzheim 100-jähriges Jubiläum. Zu diesem Zweck haben die aktiven „Bastler“ des Vereins, die jeden zweiten Samstag ihre Freizeit in das Endlosprojekt investieren, Triebwerk und Gehäuse auseinander genommen und auf Hebeböcke gestellt.Bei der Restaurierung gehen sie nach einem peniblen „Fahrplan“ vor, den ein vom Landesdenkmalamt vermittelter Fachmann erstellt hat. Die Holzsubstanz ist gut, sagt Demmel. Und der Motor könnte nach Ansicht des Experten „gleich wieder loslaufen“, wenn man ihm nur die Gelegenheit dazu gäbe.Denn die HNP-Mitglieder träumen davon, dass die historischen Fahrzeuge nicht nur eines schönen Tages in gutem Zustand präsentiert, sondern auch bewegt werden können. Aus Chemnitz liegt das reizvolle Angebot vor, dem Verein einen älteren Umspannwagen zu schenken, der die 20-KV-Stromversorgung auf 600 Volt Gleichstrom transformieren könnte. So was kostet normalerweise rund 100.000 Euro. Der Haken an dem großzügigen Angebot: Es ist enorm aufwendig, den zwölf Meter langen Wagen zu transportieren.Ein Geschenk ist auch eine alte Weiche, die am Brötzinger Bahnhof Dienst tat und dann bei den Eisenbahnfreunden in Weißenstein zwischengelagert war. Sie wäre ein weiterer wichtiger Baustein für ein „bewegtes Museum“.Neben der Straßenbahn und der Kleinbahn, die Herzstücke einer künftigen Ausstellung sein dürften, haben die Leute vom HNP noch einige andere Oldtimer gesammelt. Ein Bus von 1955 mit dem schlichten Namen „K 10" stand bei Schrotthändler Körper und diente dort als Büro. Als er ausrangiert werden sollte, wurde er dem Verein angeboten. Nun soll der K 10 wieder aufgebaut werden, was nach Schätzung von Tobias Demmel mindestens 250.000 Euro kosten wird. Der HNP ist mit einer großen Bank im Gespräch, die eventuell das Vorhaben finanzieren und den Oldie-Bus dann touristisch nutzen will.Ein weiteres Sammelstück ist ein alter Hebewagen der Stadtwerke, der in der SVP-Halle Platz gefunden hat. „Wenn der angelassen wird, ist dicke Luft in der Halle,“ lacht Tobias Demmel, „aber es ist so ein geiler Sound...“.StadtgesprächGanz langer AtemSchnelllebige Gesellschaft? Ungeduldige Menschen? Nicht beim kleinen Pforzheimer Verein „Historischer Nahverkehr“. Mal eben 20 Jahre haben sich eine Handvoll Freunde alter Bähnle vorgenommen, um vier angeschlagene Wagen von nostalgischem Charme zu restaurieren. Respekt, wenn sie das wirklich durchhalten sollten. Offenbar haben Bahnfans einen besonders langen Atem. Das sieht man an den Eisenbahnfreunden Weißenstein, die ungefähr 15 Jahre an ihrem alten Bahnhof gebastelt haben, bis er zu einem vielbewunderten Schmuckstück wurde. Und bekanntlich haben sie immer noch nicht genug...Zurück zum „historischen Nahverkehr“: Die Idee eines bewegten Museums mit eigenem Schienennetz ist bestechend und wäre eine tolle Ergänzung der Pforzheimer Museumslandschaft. Dass gerade Fahrzeugmuseen die Menschen faszinieren und oft von weit her anziehen, beweisen die großen Komplexe in Speyer und Sinsheim. Auch eine kleine überschaubare Sammlung könnte attraktiv sein, wenn sie lebendig - also in Bewegung - präsentiert wird. Allerdings ist das, keine Frage, ein besonders aufwendiges Konzept, das sicher nur nach und nach realisiert werden kann. Fürs Erste wäre schön, wenn etwa die Stadtverkehr-GmbH den Triebwagen, der bis 2011 fertig wird, auf ihrem Gelände attraktiv präsentiert. Und wenn der knuffige K-10-Bus tatsächlich mal über Pforzheims Straßen tuckern könnte.Für den Rest haben wir ja noch ein paar Jährchen Zeit...Mitteilung für die Mitglieder des „Förderverein für das Stadtarchiv e.V.“; Nr. 8/März 2009Straßenbahn in PforzheimIm Jahr 2011 wird des 100. Jubiläums der Inbetriebnahme der Städtischen Straßenbahn in Pforzheim zu gedenken sein. Aus diesem Anlass sind die Mitglieder des Vereins „Historischer Nahverkehr in Pforzheim e.V.“ bereits kräftig dabei, einen Straßenbahntriebwagen der ersten Stunde auf dem Betriebsgelände der Stadtverkehrsgesellschaft zu restaurieren.Der von den Herstellern Uerdingen/AEG im Jahr 1911 gelieferte Motorwagen Tw 24 soll rechtzeitig im alten Glanz erstrahlen und im Jubiläumsjahr der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Verein verfolgt darüber hinaus viele weitere Ziele, die der Erinnerung an den Teil der lokalen Verkehrsgeschichte gewidmet ist, der sich mit dem städtischen öffentlichen Nahverkehr befasst.Auch das Stadtarchiv leistet jetzt hierzu seinen Beitrag: Herrn Kraus-Hofer, einem ehemaligen Mitarbeiter des Stadtmuseums, ist es zu verdanken, dass das Archiv in den Besitz einer umfangreichen Plansammlung der Straßen- und Kleinbahn in Pforzheim gelangt ist. Beim Abriss der Wagenhalle an der Westlichen Karl- Friedrich-Straße waren die Pläne schon zum Transport auf die Mülldeponie ausgesondert und sind glücklicherweise von Herrn Kraus-Hofer beherzt vor der Vernichtung gerettet worden.Die Sammlung umfasst 359 Pläne, die mit der Entstehung, dem Bau und dem Betrieb der Pforzheimer Straßenbahn und zu einem geringfügigen Teil auch mit der von der Stadt Pforzheim betrieben Kleinbahn Pforzheim - Ittersbach verbunden sind. 6 Personalakten und etwas Schriftverkehr runden die Sammlung ab.Die Straßenbahn in Pforzheim erlebte ihre Geburtsstunde 1911 und wurde 1964 wieder eingestellt. Die Betriebsübernahme der Kleinbahn nach Ittersbach erfolgte 1931 und fand 1968 ihr Ende. Zur Geschichte der Städtischen Straßen- und Kleinbahn sei das Buch von Kurt Schwab „Straßen- und Kleinbahn in Pforzheim“, Nordhorn 1997, empfohlen, das sehr detailliert den Werdegang des Unternehmens beschreibt. Es ist auch in der Bibliothek des Stadtarchivs unter der Signatur „Ry 71500" aufzufinden.Der Großteil der Planunterlagen stammt aus der Gründungszeit des Straßenbahnamts und umfasst vor allem den Zeitraum von 1910 bis Ende der 20er Jahre. Vereinzelt reichen die Materialien bis in die 50er Jahre.Gleispläne, Stromleitungspläne, Längen- und Querprofile, ein Kabelplan der Stadtwerke, Konstruktionspläne der Fahrzeuge und anderer Maschinen, Bauwerke, Messfahrtenprotokolle, Fahrstrecken- und Fahrzeitenpläne, Fahrpläne, Fahrpreise und Dienstpläne sind graphisch dargestellt. Weitere Materialen zur Straßen- und Kleinbahn, vor allem Akten der Hauptverwaltung, der Stadtkämmerei, der Gemeinde Dillweißenstein, sowie in der Stadtgeschichtlichen Sammlung und im Bildarchiv sind im Archiv vorhanden. In der Bibliothek sind 3 Schriften eingestellt und im Stadtmuseum ist ein Raum mit vielen Originalgegenständen eingerichtet.Auch heute werden immer wieder Diskussionen darüber gerührt, ob und inwieweit eine Wiederbelebung der Straßenbahn in Pforzheim möglich sein könnte, zumindest auf Teilstrecken. Für Interessierte an der Thematik, aber auch für -Liebhaber von historischen Straßenbahnen wird ein Einblick in die Vergangenheit der 53jährigen Geschichte der „Elektrischen“ anhand von Plänen nützlich sein und ist im Stadtarchiv nunmehr auch möglich.

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Historischer Nahverkehr Pforzheim e.V.







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