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Strassenbahn 1911

Januar 1911Die Stadt erwirbt das Kollmar'sche Grundstück für 140.000,-- Mark und schafft damit die Grundlage für eine bequeme Zufahrt in die zukünftige Wagenhalle auf dem angrenzenden Grundstück.15. Januar 1911Die AEG-Berlin erhält den Auftrag zur Lieferung von 16 elektrischenAusrüstungen für Motorwagen, 12 elektrische Ausrüstungen für Anhängewagen, eine elektrische Lokomotive sowie den Bauauftrag für die Anfertigung der Fahrleitungsanlage für das gesamte Bahnnetz.20. Januar 1911Der Stadtrat legt einen detaillierten Aufgabenplan für die zukünftige städtische Straßenbahn vor:1. Vermittlung des inneren Stadtverkehrs (6-Minuten-Verkehr)2. Beförderung der zu Fuß oder mit den Staatsbahnen nach Pforzheim kommenden Arbeiter morgens und abends mittels Motorwagen mit ein bis zwei Anhängewagen.3. Bewältigung des Touristenverkehrs an Sonn- und Feiertagen sowie anWochentagen abends im Sommer.4. Beförderung der Arbeiterzüge von Brötzingen nach Pforzheim und umgekehrt mittels Elektrolokomotiven.6. Februar 1911Bewilligung der Mittel für Betriebsmittel, sowie der Fahrleitungs- und der Stromversorgungsanlage. Genehmigung zum Bau der Wagenhalle durch den Bürgerausschuß.15.02.1911Auftragserteilung an die AEG-Berlin auf Lieferung:von 16 elektrischen Ausrüstungen für Motorwagen mit je 2 Motoren á 51 PS, insgesamt 1.632 PS.von 12 elektrischen Ausrüstungen für Anhängewagen,von einer elektrischen Lokomotive mit 4 Motoren á 67 PS, insgesamt 268 PS,der Fahrleitungsanlage für das gesamte Bahnnetz:71 Rohrmasten, 84 Gittermasten, 19.956 m Fahrdraht, 65 qmm GU/Querschnitt.Februar 1911Übernahme der beiden 4achsigen E-Lokomotiven 15 und 16 von der Albtalbahn. Sie bekommen die Nummern 2und 3.1. März 1911Der Stadtrat beschließt, daß die Straßenaufbruch- und Wiederherstellungsarbeiten, sowie Gleisverlegungsarbeiten für die elektrische Straßenbahn nach dem Antrag der Bahnbaukommission wie folgt vergeben werden:Los 1 + 2 (Güterbahnhof Brötzingen bis Durlacherstraße) an die Firma Otto Conrad in Berlin,Los 3 bis 5 (Durlacherstraße bis Gaswerk und Hauptbahnhof bis Roßbrücke) an die Firma Maurer und Colli undLos 6 (Roßbrücke bis Kallhardtsteg) an die Firma Schneider und Weber in Pforzheim.5. März 1911"Erster Spatenstich" zum Bau der elektrischen Bahn.6. März 1911Beginn der eigentlichen Bauarbeiten unter der Leitung von Ingenieur Dietz.21. März 1911Der Bauauftrag für die Eisenkonstruktion der Wagenhalle wird an die Firma J. Pfeiffer, Pforzheim vergeben. Weiterhin werden Bauaufträge vergeben an die Siemens-Schuckert-Werke, Berlin für die zur Kraftbeschaffung benötigten Geräte, sowie an die Akkumulatoren-Fabrik AG, Frankfurt/Main für benötigte Batterien.15. April 1911Beginn mit dem Bau der Wagenhalle mit Werkstatt.18. April 1911Vergabe der Maurer- und Betonarbeiten für die Wagenhalle an Maurermeister J. Mall, Pforzheim.20. Juni 1911Die Lokalbahn fährt wegen Gleisbauarbeiten für die zukünftige Straßenbahn in den nächsten 14 Tagen nicht bis zum Leopoldplatz, sondern endet schon in der Emilienstraße.20. Juni 1911Die ersten Masten für die Oberleitung werden auf der Strecke Leopoldsplatz-Brötzingen aufgestellt und man beginnt mit dem Aufziehen der Tragseile.5. Juli 1911Die Lokalbahn fährt das erste mal über das neu verlegte Gleis zwischen Lokalbahnhof Brötzingen und der Straßenkreuzung Goethestraße.20. Juli 1911Die „Freie Presse“ veröffentlicht die erste Vorlage zur neuen Tarifgestaltung, was bei den Bürgern zu heftigen Diskussionen führt.31. Juli 1911Der Stadtrat legt den von der Bahnbaukommission erarbeiteten Tarifvorschlag dem Bürgerausschuß vor. Dieser Vorschlag wird abgelehnt mit der Begründung, daß den meisten Bürgern der Tarif zu hoch wäre, und diejenigen, welche im Süden der Stadt wohnen und nicht die Staatsbahn benützen können, würden es vorziehen lieber zu Fuß zu gehen, was natürlich nicht im Sinne der Straßenbahn sein könne.1. August 1911Der ursprüngliche Eröffnungstermin der Straßenbahn wird wegen Fahrzeugmangel und noch nicht fertiggestellter Wagenhalle auf den 20.11.1911 verschoben.1. August 1911Übernahme der Strecke Lokalbahnhof Brötzingen - Westliche Karl-Friedrich-Straße- Leopoldplatz von der BLEAG für 370.000 Mark.8. August 1911Eintreffen der 268 PS starken AEG E-Lokomotive Nr. 1 und erste Probefahrt.10. August 1911Die E-Lok Nr. 1 wird von der staatlichen Aufsichtsbehörde abgenommen.15. August 1911Heute sollten die ersten Straßenbahnfahrzeuge eintreffen. Die Waggonfabrik Uerdingen kann aber noch nicht liefern.September 1911Der Rohbau der Wagenhalle ist fertiggestellt.3. September 1911Eröffnung der 1. Teilstrecke der zukünftigen Straßenbahnlinie A zwischen Lokalbahnhof und Leopoldplatz. Inbetriebnahme der E-Lok Nr. 1, die nun Arbeiterzüge der BLEAG von Brötzingen zum Leopoldplatz und zurück bringt.18. September 1911Der Stadtrat legt einen erneuten Tarifplan vor aber auch dieser wird wegen zu hoher Fahrpreise abgelehnt.21. September 1911Ein weiterer Eröffnungstermin ist geplatzt.2. Oktober 1911Der erste Fahrplan wird in den regionalen Tageszeitungen veröffentlicht.3. Oktober 1911Aufnahme des elektrischen Betriebes der Fern- und Lokalzüge zwischen Leopoldplatz und Brötzingen mit Hilfe der E-Lokomotiven Nr. 1, 2 und 3. Doch einige Defekte an den ehemaligen BLEAG-Lokomotiven sorgen für die teilweise Weiterführung desDampfbetriebes.11. Oktober 1911 7:00 UhrIn der Nähe des Postamtes Brötzingen bricht in der elektrischen Maschine der neuen E-Lok Nr. 1 ein Feuer aus und macht das Fahrzeug für einige Tage unbrauchbar.Oktober 1911Die Wagenhalle wird ihrer Bestimmung übergeben ist aber noch nicht ganz fertig. Baukosten 155.000,-- Mark.15. November 1911Eintreffen des Triebwagens 11 und erste Probefahrten.16. November 1911Eintreffen des Triebwagens 12.18. November 1911Eintreffen der Triebwagen 13 und 14.20. November 1911Der Eröffnungstermin der Straßenbahn wird abermals verschoben.21. November 1911Probefahrt mit dem ersten Motorwagen.22. November 1911Abnahme der Triebwagen 11 bis 14 seitens der staatlichen Aufsichtsbehörde.23. November 1911Es sind bis jetzt vier Triebwagen und acht Beiwagen geliefert worden.26. November 1911Probebetrieb auf der Brötzinger Strecke.29. November 1911Es wird angekündigt, daß ab 1. Januar 1912 Strecken- und Netzkarten gekauft werden können. Der Termin wird später auf den 2. Dezember 1912 vorverlegt.30. November 1911Einweihung der Straßenbahnlinie A Lokalbahnhof - Leopoldplatz - Gaswerk.30. November 1911Einweihung der Straßenbahnneubaustrecke Bahnhof - Leopoldplatz - Bleichstraße - Kallhardtanlagen als Linie B.30. November 1911 15:30 UhrEinweihungsfahrt auf allen Strecken.1. Dezember 1911Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie A im 15 Minuten Verkehr.1. Dezember 1911Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie B. (Hauptbahnhof - Kallhardtanlage)1. Dezember 1911 6:13 UhrDer erste fahrplanmäßige Straßenbahnzug fährt von Brötzingen in Richtung Gaswerk.1. Dezember 1911 23:00 UhrDie letzten Bahnen fahren in Richtung Wagenhalle. Insgesamt kamen 8 Trieb- und 16 Beiwagen zum Einsatz.2. Dezember 1911Erster Verkauf von Strecken- und Netzkarten.8. Dezember 1911Die Einnahmen der Straßenbahn belaufen sich in den ersten acht Betriebstagen wie folgt:1.12. 1.100,-- Mark; 2.12. 1.200,-- Mark; 3.12. 1.800,-- Mark; 4.12. 850,-- Mark; 5.12. 650,-- Mark; 6.12. 600,-- Mark; 7.12. 570,-- Mark.In diesen Zahlen ist die Arbeiterbeförderung nicht eingerechnet.15. Dezember 1911Aufnahme des geplanten 6 Minuten Verkehrs. Wenige Tage später wird wegen zu wenig Ausweichstellen der Takt auf 7 Minuten verlängert.31. Dezember 1911Im ersten Betriebsmonat der städtischen Straßenbahn belaufen sich die Einnahmen auf 30.925,15 Mark.

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Historischer Nahverkehr Pforzheim e.V.







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